Die Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell

Das Kind stellt von Geburt an eine individuelle Persönlichkeit dar, die mit vielfältigen Potenzialen und Kompetenzen ausgestattet ist.

Zu einer gesunden Entwicklung in der das Kind durch Eigenaktivität, Entdeckungsfreude und Neugier sich seine Welt zu eigen macht, benötigt es neben dem körperlichen Wohlbefinden emotionale Sicherheit und Geborgenheit.

Nur durch eine gute Beziehung und einer sicheren Bindung, bei der sich das Kind mit seinen Bedürfnissen verstanden, geliebt, versorgt, geschätzt und geachtet fühlen kann, wird es in seiner Entwicklung wachsen und sich zu einer selbstbewussten Persönlichkeit entwickeln.

Für uns ist es zu Beginn der Krippenzeit die wichtigste Aufgabe die übergangssituation von Familie zur Krippe für das Kind so zu gestalten, dass eine vertrauliche Beziehung und sichere Bindung entstehen und sich entwickeln kann.

Der intensive Kontakt der Erzieher/-innen zu den Eltern bildet daher eine wichtige Grundlage für eine gute pädagogische Arbeit und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern.

Um allen Beteiligten einen guten Start zu geben führen wir als wichtigen Bestandteil unserer Arbeit das "Berliner Eingewöhnungsmodell“ durch.

Der Ablauf der Eingewöhnung gestaltet sich dann wie folgt.

Mit Beginn der Eingewöhnungszeit kommt die Mutter oder der Vater am ersten Tag zu einem vereinbarten Zeitpunkt mit dem Kind in die Krippe. Mit Einfühlungsvermögen und Sensibilität baut die Bezugserzieherin den ersten Kontakt auf und unterstützt das Kind seine Umgebung kennenzulernen.

Die nächsten zwei Tage gestalten sich wie der erste Tag, um die Beziehung zueinander zu erweitern und zu festigen.

Vermittelt das Kind den Eindruck an Sicherheit gewonnen zu haben, wird in Absprache mit den Eltern am vierten Tag der erste Trennungsversuch durchgeführt. Dabei verabschiedet sich die Mutter/der Vater bewusst von dem Kind und verlässt den Gruppenraum, verbleibt jedoch in der Kita.

Hat das Kind die Trennung problemlos akzeptiert wird die Erzieherin die Zeit nutzen, um die Beziehung zum Kind weiter aufzubauen. Nach einer abgesprochenen Zeit wird die Mutter/der Vater ins Zimmer zurückgeholt und der gemeinsame Tag wird beendet.

Ist die erste Trennung positiv verlaufen wird in den Folgetagen die Zeit der Trennung schrittweise erweitert wobei die Bezugsperson in Absprache mit der Erzieherin die Kita verlassen kann.

Ist der erste Trennungsversuch jedoch gescheitert ist es wichtig dem Kind in den nächsten Tagen durch die weitere Anwesenheit der begleitenden Person die Zeit zu geben die es braucht, um an eine vertrauliche sichere Bindung zur Erzieherin zu arbeiten. Ein erneuter Trennungsversuch wir daher erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt und bedürfnisorientiert erweitert.

Die Eingewöhnungsphase ist beendet, wenn sich der Kontakt des Kindes zur Erzieherin gefestigt hat, das Kind die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert und sich geborgen fühlt.